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Mehr als ein Garagentor Ein Interview mit Christoph Gutjahr, Product Manager Norm bei Hörmann Schweiz

Ein Garagentor ist durch seine Optik und Funktion ein prägendes, gestalterisches Element in der gesamten Hausarchitektur, das nebst optischen Ansprüchen auch vielfältigen technischen Anforderungen genügen muss. In einem Experteninterview gibt Christoph Gutjahr, Product Manager Norm bei Hörmann Schweiz, Einblick, wie die modernen Garagentore von Hörmann nicht nur ästhetische, sondern auch funktionale Vorteile bieten, und welche speziellen Einbaumöglichkeiten auch bei baulichen Herausforderungen einen Mehrwert bieten.
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Herr Gutjahr, können Sie uns einen Überblick verschaffen, welche Arten von Garagentoren die Hörmann Schweiz anbietet und für welchen Zweck sich die unterschiedlichen Typen besonders eignen?

Die Hörmann Gruppe, bietet eine Vielzahl von Torvariationen, sei es für den Industrie- und Objektbau oder eben für die private Bauherrschaft. Im Privatbereich stehen unseren Kunden folgende Torarten zur Verfügung: Sektionaltore (LPU42, LPU67, ART42), Seiten-Sektionaltore (HST42), RollMatic Rolltore (RT08, RTT), ein Rolltor als Deckenläufer (OD), das Drehflügeltor (DFT42) und natürlich der Klassiker, das Berry-Schwingtor (N80, F80, N500). Jedes der oben genannten Produkte kann natürlich auch mit einer ansichtsgleichen Garagen-Nebentüre ergänzt werden.

Neben der Funktionalität eines Tores ist für Architekten und Bauherren natürlich die Ästhetik dieses Bauteils von grosser Bedeutung – wie fügt sich das Tor in die Gebäudehülle ein? Welche Möglichkeiten in Form, Farbe und Design bieten die Hörmann-Tore?

Grundsätzlich sind alle Farben der RAL und NCS-Paletten lieferbar, ausgenommen davon sind Perl- oder Leuchtfarben sowie die IGP-Farbtöne. Neben den Decograin Holzdekoren bieten wir unseren Kunden auch Duragrain Dekordruck-Oberflächen für die Sektionaltore an. Diese eignen sich hervorragend, um charakteristische Eigenschaften des Bauobjekts auf dem Torblatt wiederzugeben. Bei einer Sichtbeton-Villa kann die Optik beispielsweise durch ein Torblatt in der Duragrain Beton-Optik passend gestaltet werden.
Während es sich bei der Decograin-Oberfläche um eine aufgezogene Folie handelt, wird bei der Duragrain-Oberfläche ein hochwertig verarbeiteter fotorealistischer Druck direkt auf die jeweiligen Torsektionen gedruckt. Der UV-beständige Motiv-Druck wird im Anschluss zusätzlich mit einer kratzfesten Duragrain Endbeschichtung geschützt. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass unsere Duragrain-Motive trotz diversen Umwelteinflüssen auch über Jahre hinweg in der gewohnt schönen Optik erstrahlen. Mit dem fotorealistischen Druck können wir das Wunschbild des Kunden auf das Sektionaltor drucken, egal ob es sich um ein Logo, ein Ferienfoto oder ein Bild aus der grossen Hörmann Adobe-Stock-Galerie handelt.

Bezüglich Ästhetik ist uns das Tor Art 42 Vitraplan ins Auge gefallen – hier sind lichtdurchlässige Element im Tor zu erkennen. Ist das ein neues Produkt von Hörmann?

Das ART42 Sektionaltor mit innenliegender Füllung stellen wir bereits seit dem Jahre 2019 her. Seit Oktober 2023 haben wir das ART42 Vitraplan im Angebot. Durch die aufgesetzten, flächenbündigen Duratec-Verglasungen in Grau und verdeckt liegenden Rahmenprofile entsteht eine exklusive Toransicht, die optisch überzeugt.

Ist es vorstellbar, dieses Tor auch für andere Anwendungen nebst dem Einsatz als Garagentor zu verbauen?

Ja, natürlich. Für Bauherren, die Wert auf ein grosszügiges und elegantes Design legen und die Ware hinter dem Tor zeigen möchten, ist das ART 42 sehr geeignet. Ich denke hier speziell an einen hochwertigen Show-Room einer Autogarage oder an eine schöne Oldtimer-Sammlung. 

Ist ein einfacher Durchgang in die Garage ohne die Öffnung des Tores gewünscht, bietet sich eine Garagen-Nebentür an. Gelten alle Designoptionen der Tore auch für diese Türen? 

Die Nachfrage nach einem zweiten Zugang in die Garage ist auf dem Schweizer-Markt relativ hoch. Dies ist auch ein Grund, warum man sich entschieden hat, alle Designmöglichkeiten für Garagen-Sektionaltore auch für die Garagen-Nebentüren anzubieten. Einige Duragrain Oberflächen sind zudem auch für unsere Aluminium-Haustüren erhältlich, um eine durchgängig ansichtsgleiche Optik zu gewährleisten.

Eine Herausforderung speziell in der Schweiz sind Garagen-Einfahrten an Hanglagen, bei denen es nicht immer möglich ist, den unteren Torabschluss parallel zur eigentlichen Torrichtung zu gestalten. Welche Lösung hat Hörmann für dieses Problem?

Finden wir am Bau eine lineare Schräge vor, ist dies für uns grundsätzlich kein Problem. Sowohl beim LPU42 als auch beim ART42 können wir die unterste Lamelle der Schräge des Bodens anpassen. Eine minimale Schräge von 20 mm und eine maximale Schräge von 300 mm auf die gesamte Torbreite können hier ohne weitere Probleme abgedeckt werden. Für Höhendifferenzen unter 20 mm oder Unebenheiten, haben wir das "verstellbare Bodenprofil" im Angebot. Mit diesem können zudem auch partielle Schrägen oder Unebenheiten im Bereich von 1 – 20 mm problemlos aufgenommen werden. Wird allerdings eine Schlupftür im Sektionaltor verbaut, können beide Varianten aus technischen Gründen nicht eingesetzt werden. Hier bietet sich meist eine zusätzliche Nebentüre an.

Zum Material: Welche Rohstoffe sind hauptsächlich nötig, um ein Garagentor herzustellen?

Unsere Tore bestehen grösstenteils aus Stahl, Polyurethan-Schaum sowie diversen Kunststoffen.

Wenn wir von Rohstoffen sprechen, dürfen wir auch das Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft nicht ausser Acht lassen. Wie ist die Hörmann AG dazu aufgestellt?

Wir sind zertifizierter Climate-Partner und bieten unsere Garagentore-, Haustüren- und Antriebssysteme, kostenlos und serienmässig CO2-neutral an. Hörmanns Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf den drei Elementen berechnen – reduzieren – kompensieren. Als Basis für unser Nachhaltigkeitsengagement berechnen wir jedes Jahr die CO2-Emissionen unserer Standorte in allen drei Scopes des Greenhouse Gas Protocol.
Der Fokus liegt klar auf der Reduktion der CO2-Emissionen. Deswegen wurde beispielsweise das Sektionaltor-Werk in Ichtershausen mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Mit der gewonnenen Energie stellt das Werk grünen Wasserstoff her. Durch die Beimischung von 20 % Wasserstoff kann mit der neuen Blockheizkraftwerk-Anlage, die Verbrennung von fossilem Erdgas deutlich reduziert werden. Über eine Laufzeit von 20 Jahren, können so beispielsweise 680 t CO2 vermieden werden. Ein weiteres Beispiel ist eine eigens zum Recycling von Sektionaltor-Lamellen von Hörmann entwickelte Maschine. Die Hauptbestanteile Polyurethan-Schaum und Stahl werden zerkleinert und feinsäuberlich voneinander getrennt, beide Komponenten werden anschliessend wieder in den Produktionsprozess gegeben.
Doch auch der Ausgleich von CO2-Emissionen ist ein wichtiger Schritt im ganzheitlichen Klimaschutz und eine wichtige Massnahme unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Deshalb gleichen wir verbleibende Emissionen rund um unsere Produkte für den Wohnungsbau und den Objektbau mit der Förderung von zertifizierten Klimaschutzprojekten in Kooperation mit ClimatePartner aus. So kompensieren wir jährlich über 100.000 Tonnen CO2.

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